In eigener Sache
Warum hier alles frei bleibt
Ihr Lieben,
vor einem halben Jahr habe ich hier angefangen, und seitdem haben sich hunderte von Abonnenten eingefunden. Damit habe ich wirklich gar nicht gerechnet. Ich wollte einfach eine Plattform für das haben, was mich beschäftigt. Daraus ist in kürzester Zeit erheblich mehr geworden als geahnt, und es macht mir Freude.
Ich halte nichts von Paywalls im Internet. Faktenchecks, Recherchen, Einordnungen und Debatten sollten nicht davon abhängen, ob jemand monatlich Geld übrighat, ein Abo abschließen möchte oder sich durch die übliche digitale Bezahlschrankenlandschaft kämpfen will. Ihr wisst, dass ich hier nur sauber recherchierte Informationen einigermaßen verständlich eingeordnet veröffentliche, und ich finde, so etwas darf nicht exklusiv für Zahlungsfähige sein.
Deshalb bleibt diese Publikation frei zugänglich. Alle Artikel, alle Faktenchecks, alle Recherchen und alle Einordnungen können gelesen werden, ohne dass irgendwo plötzlich eine Schranke heruntergeht. Es wird keine künstlich zurückgehaltenen Inhalte geben, keine „VIP“-Artikel, keine besseren Informationen für zahlende Leser und keinen Moment, in dem ausgerechnet der entscheidende Absatz nur gegen Bezahlung sichtbar wird.
Das bedeutet nicht Ablehnung von Unterstützung. Im Gegenteil. Ich freue mich sehr darüber. Und ich danke denjenigen, die mich bereits unterstützen, aus den Tiefen meines Herzens. Als das erste Abo einging, habe ich beinahe vor Freude eingenässt. Obenrum.
Gründliche Ergebnisse entstehen nicht ohne Aufwand. Sie brauchen Zeit, Konzentration und bedeuten oft eine Menge Arbeit. Quellen müssen gesucht, gelesen, verglichen und geprüft werden, auch wenn KI dabei sehr hilfreich ist. Behauptungen müssen geprüft werden, auch dann, wenn sie sich schön oder passend anhören. Für Recherche braucht es Abonnements meinerseits, technische Infrastruktur, Werkzeuge, Speicherplatz etc. und Tage oder Wochen, bis es für mich gut genug ist, um es euch zu präsentieren.
Wer hier bezahlt, kauft also keinen exklusiven Zugang. Es gibt keine zweite Klasse von Informationen und keine Inhalte, die für Unterstützer besser, schneller oder vollständiger wären als für alle anderen. Der Unterschied besteht nicht darin, was zahlende Leser bekommen. Der Unterschied besteht darin, was eure Unterstützung möglich macht.
Du bezahlst nicht dafür, etwas lesen zu dürfen. Du hilfst mit, dass es alle lesen können.
Das soll der Kern meines Weges hier sein. Menschen, die kein Geld für ein Abo haben, sollen trotzdem Zugang zu sauber recherchierten Informationen haben. Menschen, die grundsätzlich keine Abonnements abschließen wollen, sollen trotzdem lesen können. Und auch Menschen, die zufällig über einen Artikel stolpern, ohne diese Publikation bisher zu kennen, sollen nicht erst an einer Paywall scheitern, bevor sie überhaupt beurteilen können, ob diese Arbeit für sie relevant ist.
Unabhängigkeit bedeutet für mich auch, nicht von Klickzahlen, Empörung, Werbung oder Plattformlogik abhängig zu sein. Wer Reichweite um jeden Preis braucht, produziert oft genau das, was zuverlässig Aufmerksamkeit bringt: Zuspitzung, Wut, einfache Feindbilder, schnelle Urteile und den nächsten Aufreger. Das ist ein ziemlich effizienter Weg zu Reichweite, aber kein besonders guter Weg zu Erkenntnis.
Ich mache diese Publikation außerdem in meiner Freizeit. Ich habe einen ganz normalen Job und bin nicht darauf angewiesen, dass Substack sich finanziell trägt. Ich mache das hier nicht, weil ich es brauche, sondern weil ich es wichtig finde. Für euch und für mich selbst.
Ich möchte diese Publikation nachvollziehbar führen, gründlich und möglichst unabhängig von dem Druck, ständig lauter, schneller oder empörter sein zu müssen als alle anderen. Unterstützung schafft dafür Raum. Sie macht es leichter, Themen dann aufzunehmen, wenn sie relevant sind.
Wer monatlich oder jährlich unterstützt, finanziert deshalb keinen privilegierten Platz hinter einer digitalen Tür. Er trägt dazu bei, dass diese Tür überflüssig bleibt.
Das ist vielleicht nicht das effizienteste Geschäftsmodell des Internets, es ist das Gegenteil von dem, wie ich tagtäglich für meine Kunden arbeite. Aber es ist das Modell, das zu dem passt, was hier entstehen soll: Informationen, Analysen und Geschichten, die öffentlich bleiben, überprüfbar sind und nicht zuerst nach Zahlungsbereitschaft sortieren.
Wer diese Arbeit gut findet und sie dauerhaft ermöglichen möchte, kann sie unterstützen. Wer nicht zahlen kann oder will, bleibt trotzdem willkommen. Die Inhalte bleiben frei.
Danke für deine Unterstützung, und liebe Grüße aus dem Exil! ;-)
Ingo




Hallo Ingo,
von Herzen danke ich Dir für Deine gemeinnützige Einstellung/Haltung und wertvolle Arbeit ! Sie verdient meinen tiefen Respekt ! Ich freue mich sehr darüber. Insbesondere weil ich aufgrund meiner finanziellen Situation hier nicht zahlen kann, obwohl ich immer öfter auf Substack erfahre, daß viele Artikel auch finanz. gewürdigt gehören.
Das Lesen hier macht mir ungeheuren Spaß, auch wenn ich soviel Interessantes gar nicht alles schaffe, zu lesen.
Ich danke DIR und allen anderen Autoren mit ähnlichen Haltungen.
Ich weiß das sehr, sehr zu schätzen!
Herzlichst, Susann :-))) !!!
Du bist schon ein echt netter Mensch.